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The Minstrel Show

Der Aufbau

Die Minstrel Show, wie sie von den Christy Minstrels etabliert und von den anderen Ensembles in den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts nachgeahmt wurde, bestand aus zwei großen Teilen. Der erste Teil begann mit dem Einmarsch der ganzen Truppe bis die typische halbkreisförmige Aufstellung erreicht war. Der Interlocutor, der als Showmaster fungierte, hatte immer die Position in der Mitte des Halbkreises. Tambo und Bones, die zwei anderen Hauptakteure, hielten sich an den beiden Enden des Halbkreises auf und wurden deshalb auch "endmen" genannt. Dem Einzug folgten einige komödiantische Einlagen zwischen dem Interlocutor und den endmen, denen eine Reihe von komischen und sentimentalen Songs folgte. Abgeschlossen wurde der erste Teil der Show durch einen "walk-around", der später auch "Cake-Walk" genannt wurde. Hierbei handelte es sich um einen Tanz, bei dem alle im Halbkreis standen und jedes Mitglied der Truppe in der Mitte des Kreises eine spezielle Einlage gab. Dies war ein spezifisches Element jeder Minstrel Show.


Bei dieser Illustration sieht man die typische Aufstellung sehr gut. Links sitzt Bones, daneben der "wench character", in der Mitte mit der Geige der Interlocutor, ein weiterer Minstrel mit dem Banjo, und ganz rechts Tambo benannt nach dem Tambourin, das er in der Hand hält.


Der zweite Teil bestand, der auch "olio" genannt wurde, war sehr unterschiedlich. Er bot verschiedenste Einlagen, wie z.B. Akrobatik, Tänze oder musikalische Aufführungen, Auftritte von als Frauen verkleideten Minstrels, sogenannte "wench numbers" und alle Arten von Gags. Dieser Teil stand Varieté Shows und dem Vaudeville sehr nahe. Ein weiteres Element war die Wahlkampfrede. Am Ende des zweiten Teils stand das sogenannte "afterpiece", ein Theaterstück. In der frühen Tagen der Minstrel Shows spielte es meistens auf einer Plantage im Süden der Vereinigten Staaten. Es konnte aber auch eine Persiflage eines klassischen Dramas (Shakespeare-Dramen wurden hier oft verwendet) oder eines aktuellen, zeitgenössischen Stückes sein. Hierbei war wieder das ganze Ensemble involviert und das "afterpiece" kann somit zurecht als krönender Abschluss jeder Show angesehen werden.



 


©2000 by Jochen Scheytt
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