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Al Jarreau - CD-Tipps

Hier gibt es zu jeder CD Al Jarreaus ein paar kurze, persönliche Bemerkungen, die natürlich nur meine eigene Meinung wiederspiegeln, aber vielleicht trotzdem einen kleinen Leitfaden für alle die darstellen können, die sich eine oder zwei dieser Aufnahmen kaufen möchten und nicht genau wissen, was sie erwartet.
"We got by" (1975)
Erste und musikalisch wie textlich persönlichste Jarreau-Platte. Sie wirkt hauptsächlich durch ihre innere Geschlossenheit. Aus heutiger Sicht klingt die frühe Version der Synthi-Strings fast witzig.
"Glow" (1976)
In jeglicher Hinsicht eine unauffällige, wenn auch hörenswerte Produktion. Die Songs sind nicht sehr einprägsam, besitzen aber durchweg einen "guten Groove". Herausragend: die Version des Jobim-Titels "Agua de beber".
"Look to the Rainbow" (1977)
Ein Muß für jeden Jazz-Fan. Absoluter Höhepunkt von Al Jarreaus Vokalkunst. Eine Platte, die es schafft, einen Teil der Live-Atmosphäre von 1977 herüberzuretten. Leider sind auf der CD-Version einige Titel gekürzt; die ungekürzte Übernahme der Doppel-LP hätte wohl die Spielzeit der CD überschritten. Schade!
"All fly home" (1978)
Vierte Platte Al Jarreaus mit vielen gelungenen Aufnahmen (schwach nur die zwei Cover-Versionen "She's leaving home" und "Sittin' on the dock of the bay"). Die Verpflichtung des Jazz-Trompeters Freddie Hubbard tut nicht nur dem Sound gut, sein Solo über "I'm home" ist vom feinsten.
"This Time" (1980)
Erste Platte im neuen, abwechslungsreicheren, aber auch poppigeren Sound. Besticht durch einige sehr schöne Aufnahmen wie "Spain" oder "Distracted".
"Breakin' away" (1981)
Zu vergleichen mit "This Time". Gelungene Mischung aus Popballaden, Funk-Groove-Nummern und Jazz. Herausragend: der Dave Brubeck-Titel "Blue Rondo a la Turk", "Easy" im Latin-Feel, der Al Jarreau besonders liegt, und "Roof Garden" für die Samstagabendparty.
"Jarreau" (1983)
Sehr ausgeglichene und vor allem tanzbare Popproduktion im West-Coast-Sound der Achtzigerjahre. Besonderes Merkmal: die fetzigen Bläserarrangements, ohne die diese Platte an Wirkung verlieren würde.
"High Crime" (1984)
Schwächste aller Jarreau-Platten. Von den bewährten Musikern verlassen, versucht Al Jarreau trotz Drumcomputer und viel Synthesizer-Sound, denmeist schwachen Titeln etwas Leben einzuhauchen. Erfolglos.
"Live in London" (1984)
Stimmungsvolle Live-Aufnahme mit Titeln der letzten drei LP's. Sie schafft es sogar, die Stücke von "High Crime" plötzlich lebendig klingen zu lassen. Allerdings sind die Titel ziemlich identisch mit den jeweiligen Studioaufnahmen.
"L is for Lover" (1986)
Der Schritt zurück zu handgemachter Musik tut gut, auch wenn die Platte erst nach mehrmaligem Anhören ihre Qualität ganz offenbart. Guter, sehr gitarrenorientierter Popsound, bei dem Al Jarreau auf alle vokalen Kunststücke verzichtet.
"Heart's Horizon" (1988)
Sehr abwechslungsreiche und perfekt produzierte Popscheibe. Besonderes Merkmal: jeder Titel besticht durch seine Andersartigkeit.
"Heaven and Earth" (1992)
Neueste Popproduktion, auch wenn mit "Blue in Green" endlich mal wieder ein Jazz-Titel auftaucht. Nicht sehr originell: der durchlaufende Drumcomputer. Auch sonst sind die Stücke musikalisch nicht sehr einfallsreich. Auffallend ist nur das gehäufte Auftreten des Backgroundchors. Professionell produziert ist das Ganze aber allemal.
"Al Jarreau sings Bill Withers"
Unspektakuläre und technisch sehr schlechte Aufnahme einiger Bill Withers-Titel in der Version von Al Jarreau. Der miserablen Information über Musiker, Besetzung oder Aufnahmedatum (nämlich gar keine) angepaßt ist der Schleuderpreis, zu dem die CD verkauft wird.
"The Masquerade is over"
Erste verfügbare Aufnahme Al Jarreaus aus dem Jahre 1973, auf der er verschiedene Jazz-Standards in Begleitung eines Trios singt. Es befinden sich einige sehr schöne Stücke darunter, auch wenn die Begleitband und Al Jarreau nicht ganz die Einheit bilden, die später auf "Look to the Rainbow" erreicht wird.
Jon Hendricks and friends: "Freddie Freeloader" (1990)
Auf dieser CD sind zwei Titel enthalten, bei denen Al Jarreau mitwirkt. Es handelt sich hierbei zum einen um "Freddie Freeloader", ein Remake des Miles-Davis-Titels von der legendären LP "Kind of Blue", bei dem sowohl Thema wie auch die originalen Soli vokal nachgesungen werden. Al Jarreau übernimmt hier das Solo von Miles Davis, die anderen Soli werden von Bobby McFerrin, Jon Hendricks selbst und George Benson gesungen. Beim zweiten Titel, "Rhythm-a-ning" von Thelonious Monk kann man nach der vokalen Interpretation des Themas freie Scat-Soli von Jarreau, Benson und Hendricks bewundern. Tolle Musik!
"Casino Lights - Recorded live at Montreux, Switzerland"
Enthält drei Duette Al Jarreaus mit Randy Crawford.
"Tenderness" (1994)
Schon 1993 entstandene gelungene Mischung aus Studioproduktion und Liveaufnahme mit Schwerpunkt auf ruhigeren Stücken. Al Jarreau singt neben eigenen älteren Titeln vor allem von ihm bisher noch nicht interpretiertes Material aus dem Pop-, R&B- und Jazzbereich und genießt das Vorhandensein von Publikum hörbar. Mit von der Partie ist auch diesmal wieder die Studioelite der amerikanischen Musikszene, bereichert durch einige klangvolle Namen wie Michael Brecker oder David Sanborn. Dieses Album - inzwischen das zwölfte bei Warner Bros. - ist insofern als außergewöhnlich zu bezeichnen, als es eigentlich das erste ist, bei dem nicht versucht wird, Al Jarreau in den aktuellen Popsound hineinzupressen, sondern umgekehrt die Aufnahmesituation, die Titelauswahl und der Sound völlig auf ihn zugeschnitten sind und ihm die Gelegenheit geben, sich persönlich frei zu entfalten. Das zeigt, welchen Bonus Jarreau inzwischen doch bei seiner Plattenfirma besitzt, und ist - gewissermaßen als Rückkehr zu seinen Wurzeln - sehr positiv zu betrachten.
"The Best of Al Jarreau" (1997)
Auf dieser Best-of-Scheibe befinden sich auch zwei neue Stücke, "Compared to what" und "Goodhands tonight". Dies soll wohl auch die zum Kauf verleiten, die alle anderen Aufnahmen schon besitzen. Grrrmmmmph!
"Tomorrow today" (2000)
Al Jarreaus neueste Veröffentlichung nach sechs Jahren Pause und ein Album, bei dem sich alle Fans wohl fühlen dürften. Denn auch hier findet sich wieder die typische Al'sche Mixtur aus easy-listening-Nummern, funkig-groovigem, Latin-Einflüssen und einigen Titeln, bei denen Al andeutet, was er sonst noch mit seiner Stimme anstellen kann. Richtig Neues gibt es nicht, sogar manche Sounds scheinen direkt von seinen früheren Alben importiert. Ehrensache ist wiederum die perfekte Produktion der Scheibe, wobei die Drum-Sounds aus dem Computer nicht überzeugen können. Höhepunkte: die mit Live-Drums eingespielten Titel "Tomorrow today", "Flame", "Something that you said", und die a-cappella-Version des Weather-Report-Titels "Put it where you want it".
"All I Got" (2002)
-- noch keine Rezension verfügbar --
"Accentuate the Positive" (2004)
Die Herzen der Fans schlagen höher, denn Al Jarreau besinnt sich wieder auf seine Wurzeln und spielt eine reine Jazz-CD ein - ohne Drumcomputer und ohne Kompromisse! Hier ist er in seinem Element: lebhaft wie eh und je und stimmlich voll auf der Höhe interpretiert er elf Jazzstandards und wird dabei begleitet von namhaften amerikanischen Jazzmusikern wie Christian McBride, Peter Erskine, Larry Williams, Anthony Wilson und einigen Gastmusikern. Das ist toller Jazz ohne arrangement- und produktionstechnischen Schnickschnack und gehört zum Besten was Al Jarreau bisher auf Platte oder CD gebrannt hat.
"Givin' It Up" (2006) zusammen mit George Benson
-- noch keine Rezension verfügbar --
"Love Songs" (2008)
-- noch keine Rezension verfügbar --

©1999-2005 by Jochen Scheytt
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