Die deutschen Debussy-Seiten

von Jochen Scheytt

Literatur zu Debussy

1. Allgemeine Literatur zu Debussy

Barraqué, Jean, Claude Debussy. Rowohlt, 1964.

Diese Rowohlt-Monographie schafft in bewährter Manier einen Überblick über Debussys Leben, seine Zeit und Zeitgenossen sowie seine wichtigsten Werke. Das Buch ist sehr flüssig geschrieben und liest sich gut. Wer genauere Informationen zu speziellen Werken Debussys sucht, wird hier allerdings nicht fündig. Außerdem werden die Klavierkompositionen hier sehr stiefmütterlich behandelt. Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf Debussys Orchesterwerken.

Danckert, Werner, Claude Debussy. Berlin, 1950.

Danckerts ausführliche Würdigung Debussys, eingeteilt in die Bereiche Leben und Werke, der Stil, Debussys geschichtliche Stellung und Analysen, ist immer noch ein Standardwerk, auch wenn Sprache, Stil und Begrifflichkeiten schon etwas angestaubt wirken.

Fischer-Dieskau, Dietrich, Fern die Klage des Fauns. Claude Debussy und seine Welt . Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart, 1993.

Dass Dietrich Fischer-Dieskau neben seiner fantastischen Karriere als Sänger und Musiker noch die Zeit gefunden hat, neben anderen Veröffentlichungen ein solch umfang- und kenntnisreiches Buch über Debussy zu schreiben, mag man kaum glauben. So finden sich denn auch immer wieder Passagen aus anderen Büchern, in denen Fischer-Dieskau nur die nötigsten Umformulierungen vornimmt (zum Beispiel zu den Estampes: Fischer-Dieskau S. 289/290 vergleiche Vallas: Debussy und seine Zeit, München, 1961, S. 265/266).

Hirsbrunner, Theo, Debussy und seine Zeit. Laaber 1981.

Hirsbrunner schreibt tatsächlich sehr ausführlich über Debussys Zeit und weniger über den Komponisten selbst. Dieser wird in der stichwortartigen und sehr informativen Lebenschronik zu Beginn abgehandelt. Die Essays, die folgen, beschäftigen sich ausgehend von Debussy mit den kulturellen Begebenheiten des fin de siècle und den musikalischen Einflussbereichen, die Debussy umgaben. Auffallend sind die sehr ausführlichen Zitate, die - sowohl im französischen Original als auch in deutscher Übersetzung abgedruckt - sehr viel Raum einnehmen. Hirsbrunners Buch ist nichts für Neulinge, sondern setzt vieles an Kenntnissen über Debussy und seine Musik voraus.

Kabisch, Thomas, Claude Debussy. Artikel, in: Musik in Geschichte und Gegenwart (Finscher, Ludwig, (Hg.)), Bärenreiter, 2001.

Lesure, François, Claude Debussy - Iconographie musicale. Editions Minkoff, Genf 1975.

Ein französischer Bildband mit einer umfangreichen Sammlung von Fotografien und Gemälden von Debussy, seiner Familie und seinen Freunden und Kollegen, sowie Illustrationen, Entwürfen und Szenen zu seinen Bühnenwerken.

Nichols, Roger, Claude Debussy im Spiegel seiner Zeit - portraitiert von seinen Zeitgenossen. M&T Verlag, Zürich/St. Gallen 1993.

Ein äußerst interessantes Buch, das Debussy mit den Worten seiner Freunde, Kollegen, Schüler und Zeitgenossen schildert. Dabei gewinnt man Einsichten in die Welt und Person Debussys, die abseits aller einschlägigen Biographien und außerhalb subjektiver Sichtweisen von Autoren liegen. Nichols hat die Zitate thematisch in die Bereiche Jugend- und Studienjahre, der Bohemien, Pelléas et Mélisande, der Freund, der Pianist und Lehrer, zu Hause, auf Tournee und die letzten Jahre eingeteilt.

Vallas, Leon, Debussy et son temps. Paris, 1932. Deutsche Übersetzung: Debussy und seine Zeit. München, 1961

Ein absolutes Standardwerk des französischen Musikwissenschaftlers, der - 1879 geboren - Debussy noch persönlich erleben konnte. Die emotionale Verbundenheit mit Debussy und dem Impressionismus ist eine der großen Stärken des Buchs, wurde aber immer wieder auch kritisch gesehen.

Vallas, Leon, Achille-Claude Debussy. Paris, 1944,

Eine Kurzfassung des Standardwerks "Debussy und seine Zeit" des selben Autors. Bei weitem nicht so umfassend und detailreich, aber eine gute Einführung in Debussys Leben und Werk.

2. Literatur zu den Klavierwerken

Beyer, Richard, Organale Satztechniken in den Werken von Claude Debussy und Maurice Ravel. Wiesbaden 1982 (Neue musikgeschichtliche Forschungen Band 19).

Beyers wissenschaftliche Studie beschäftigt sich mit den Stellen in den Werken der beiden Komponisten, die Techniken aus dem mittelalterlichen Organum übernehmen. Dabei handelt es sich um parallel verschobene Strukturen, um Liegetöne, oder Orgelpunkte, und Ostinati, also gleichbleibende rhythmische oder melodische Modelle.

Keil, Werner, Untersuchungen zum frühen Klavierstil Debussys und Ravels. Wiesbaden, 1982 (Neue musikgeschichtliche Forschungen Band 12)

Keil teilt seine Untersuchung in die Teile "Werkanalysen" und "Elemente des Stils und ihre Entwicklung" ein. Einziger Wermutstropfen ist, dass das mit vielen Notenbeispielen versehene und trotz Analyselastigkeit anschaulich geschriebene Buch bei den interessanten späten Werken aufhört.

Porten, Maria, Zum Problem der Form bei Debussy. München, 1974.

Schmitz, Robert, The Piano Works of Claude Debussy. Dover Publications.

Storb, Ilse, Untersuchungen zur Auflösung der funktionalen Tonalität in Debussys Klavierwerken. [Diss.] Köln, 1967.

Wartisch, Otto, Studien zur Harmonik des musikalischen Impressionismus. [Diss.] Erlangen, 1930.

Zilkens, Udo, Claude Debussy spielt Claude Debussy. Estampes, Children's Corner, Préludes und anderes. Köln-Rodenkirchen, Tonger, 1998.

Zilkens nimmt die von Debussy auf Piano-Rollen eingespielten Werke zum Anlass, über Debussys Interpretationen seiner eigenen Werke nachzudenken. Diese Gelegenheit nutzt er auch, um über diese Werke entstehungsgeschichtliche sowie analytische Informationen zu geben. Ergänzt wird der gut lesbare Band von vielen Zitaten, die Debussys Leben und Denken illustrieren.

3. Literatur zu den Orchesterwerken

Dömling, Wolfgang, Claude Debussy: La Mer. Aus der Reihe Meisterwerke der Musik, W. Fink Verlag München, 1976.

Entstehung, Hintergründe und eine exakte Analyse. Dazu eine Motiv- und Thementafel.

Lang-Becker, Elke, Claude Debussy: Nocturnes. Aus der Reihe Meisterwerke der Musik, W. Fink Verlag München, 1982.

Ein weiteres Buch aus der bewährten Analyse-Reihe.

  © 2017 by Jochen Scheytt

Debussy Titel

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Jochen Scheytt
ist Lehrer, Pianist, Arrangeur, Autor und unterrichtet an der Musikhochschule in Stuttgart und am Schlossgymnasium in Kirchheim unter Teck.


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Jochen Scheytt

ist Lehrer, Pianist, Arrangeur, Autor und unterrichtet an der Musikhochschule in Stuttgart und am Schlossgymnasium in Kirchheim unter Teck.