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Rompreis
Der Rompreis
Der Rompreis war ein Kompositionsstipendium des Pariser Conservatoire, für das man sich bewerben musste. Hatte man es gewonnen, berechtigte es zu einem dreijährigen Aufenthalt in der eigens angemieteten Villa Medici in Rom. Die Stipendiaten lebten dort in wohlorganisierter künstlerischer Freiheit, mussten aber jedes Jahr ein Werk nach Paris an das Conservatoire schicken.
Debussys Bewerbung
Nachdem sich Debussy in den Jahre 1882 und 1883 erfolglos für den Rompreis beworben hatte, waren seine Bemühungen ein Jahr später von Erfolg gekrönt. Mit der Kantate "L'enfant prodigue", "der verlorene Sohn", gewann er die Mehrheit der Jury, die über die Vergabe des Rompreises zu entscheiden hatte. Debussy hatte bei der Komposition seinen eigenen Stil verleugnet und durch Imitation von modisch schreibenden Komponisten ein Werk geschaffen, das der Jury gefallen musste.
Debussy und das Pariser Conservatoire
Von Anfang an war Debussy am Pariser Conservatoire unglücklich gewesen. Sein Wesen und der Betrieb am Konservatorium wollten einfach nicht zusammenpassen. Traditionell und stockkonservativ, auf Einhaltung von Regeln und Befolgung von Vorschriften bedacht, forderte das Leben dort Debussys Widerstand heraus. Er war ein Querdenker, der sich nicht um Regeln kümmerte, sondern munter darauflosimprovisierte und stets Neues entdecken wollte. Er konnte auch keinen Sinn in Prüfungen, Diplomen und ähnlichem erkennen, fühlte sich durch die ständigen Überprüfungen und Leistungsdruck eingeengt und in seiner freien künstlerischen Entfaltung behindert. Unter diesen Umständen ist es verwunderlich, dass er sich überhaupt für den Rompreis bewarb. Das war wohl mehr auf Drängen seiner Umwelt zurückzuführen.
Rom
Dementsprechend missmutig kam er auch 1885 in Rom an und äußerte in einem Brief an Perre Vasnier: "Das Wetter ist entsetzlich, Regen und Wind. Sie müssen mir zugeben, dass es nicht nötig war, nach Rom zu kommen, um hier das selbe Wetter wie in Paris vorzufinden." Während der zwei Jahre, die er in Rom verbringen sollte, sollte sich diese Einstellung nicht ändern. Debussy fühlte sich als Gefangener einer Strafkolonie und steigerte sich in eine totale Verweigerungshaltung hinein.
Stipendiaten vor der Villa 
	Medici
1885: Stipendiaten vor der Villa Medici in Rom.
Debussy trägt ein weißes Jackett und einen Zylinder.
Kompositionen
Debussy reichte vier Kompositionen als Stipendiatsarbeiten bei der Kommission in Paris ein. "Zuleima", Printemps, La Damoiselle élue und die "Fantaisie pour piano et orchestre".
Im Jahr 1887, ein Jahr früher als geplant, kehrte Debussy aus Unzufriedenheit nach Paris zurück, nachdem er schon 1886 heimlich nach Paris gereist war.
Nachschlag
Selbst Jahre später konnte es Debussy sich nicht verkneifen, gegen den Rompreis zu wettern. Unter seinem Pseudonym Monsieur Croche schreibt er: "Kennen Sie unter den Institutionen, mit denen Frankreich sich brüstet, eine, die lächerlicher wäre, als der Rompreis? [...] Den Rompreis haben oder nicht entschied über die Frage ob man Talent hätte oder nicht." Auch hieraus ersieht man wieder Debussys Abneigung gegen alles Schulische und gegen Einengungen jeglicher Art.

150. Geburtstag
am 22. August 2012 wäre Claude Debussy 150 Jahre alt geworden.

04.03.2012:
Redesign
Nach anderthalb Jahren im neuen Design gab es einige optische Korrekturen.

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neu: 31.08.2010
Debussy und seine Zeit: Das Paris im 19. Jahrhundert, in dem Debussy lebte.

neu: 27.08.2010
Eine neue Seite über das Lied Romance (L'âme évaporée et souffrante).




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