Die deutschen Debussy-Seiten

von Jochen Scheytt

Einstieg: 15 Fragen zu Debussy - und die dazu passenden Antworten

1. Wer war Claude Debussy?

Achille-Claude Debussy war ein französischer Komponist. Er wurde am 22. August 1862 in Saint-Germain-en-Laye geboren und starb am 26. März 1918 in Paris.

2. Kam Debussy aus einer Musikerfamilie?

Nein, seine Eltern waren keine Musiker. Sie waren einfache Leute, die in bescheidenen Verhältnissen lebten: Sein Vater Manuel-Achille versuchte sich als Soldat, Steinguthändler, oder Drucker, und seine Mutter verdiente ihr Geld zeitweise als Näherin. Achille-Claude war das älteste von insgesamt 5 Kindern.

3. Wie kam Debussy zur Musik?

Debussy verbrachte als Kind immer wieder einige Zeit bei seiner Tante väterlicherseits, die mit einem kunstinteressierten Bankier liiert war. In deren Haushalt kam Debussy mit der Kunst in Kontakt, lernte das Klavier kennen und begeisterte sich für das Meer. Hier erhielt er die künstlerische Prägung, die ihm sein Elternhaus nicht vemitteln konnte.

4. Wo erhielt Debussy seine musikalische Ausbildung?

Im Alter von 11 Jahren wurde Debussy auf das Pariser Conservatoire aufgenommen, eine traditionsreiche, konservative Institution, in der die führenden Musiker Frankreichs unterrichteten. Debussy besuchte zuerst die Klavierklasse und die Elementarklasse. Später studierte er Liedbegleitung, Harmonielehre und Komposition.

5. Womit verdiente Debussy sein Geld?

In seinen frühen Berufsjahren ging es Debussy finanziell schlecht. Er hielt sich notgedrungen und auch widerwillig mit Klavierstunden, Chorleitungen, Arrangements von fremden Werken für Verleger und dem vereinzelten Verkauf von eigenen Werken über Wasser. Außerdem erhielt er vom Verleger Hartmann eine monatliche Rente.

6. Wie waren seine familiären Verhältnisse?

Debussy war zweimal verheiratet. Die erste Ehe mit Roalie Texier, die Debussy 1899 einging, hielt nur wenige Jahre, denn bereits 1901 lernte er Emma Bardac kennen, mit der er ein Verhältnis einging. Seine Frau erfuhr 1904 davon und beging einen Selbstmordversuch. Erst 1908 konnte Debussy Emma heiraten, da die Scheidungsformalitäten sich so lange hinzogen. Mit Emma war Debussy bis zu seinem Tod verheiratet.

7. Hatte Debussy Kinder?

Debussy hatte eine Tochter, Claude-Emma genannt Chouchou, die er sehr liebte. Sie stammt aus der Beziehung mit Emma Bardac und kam am 30. Oktober 1905, also drei Jahre vor der Heirat der Eltern zur Welt. Emma Bardac brachte zwei Kinder, Raoul und Dolly, mit in die Ehe. Chouchou überlebte ihren Vater nur um etwas mehr als ein Jahr und starb im Juli 1919 im Alter von 13 Jahren an einer falschen medikamentösen Behandlung einer Diphterie-Infektion.

8. Woran starb Debussy?

Debussy starb an Darmkrebs. Das Krebsleiden wurde 1909 diagnostiziert. Aufgrund immer stärkerer Beschwerden entschloss sich Debussy im Dezember 1915 zu einer Operation. Letztlich waren aber alle Behandlungsversuche erfolglos und er lebte unter hohen Morphiumgaben. 1917 gab er sein letztes öffentliches Konzert. Ab 1918 war er zu schwach um aufzustehen und starb am 26. März 1918.

9. In welcher Epoche lebte Debussy?

Debussy gilt im Allgemeinen als Impressionist. Er lebte an der Jahrhundertwende ("Fin de siècle") vom 19. zum 20. Jahrhundert, und somit an der Schnittstelle zwischen Romantik und Moderne. Man nennt die Zeit, in der Debussy lebte, auch die Belle Èpoque.

10. Welche berühmten Werke schrieb Debussy?

Sein berühmtestes Werk ist sicherlich Clair de lune. Weitere bekannte Klavierwerke sind La fille aux cheveux de lin, Voiles oder La cathedrale engloutie aus den Préludes Band I. Sehr bekannt ist auch der Klavierzyklus Children's Corner. Von den Orchesterwerken sind das Prélude à l'après-midi d'un Faune und La Mer am bekanntesten. Auch seine einzige Oper Pelléas et Mélisande ist berühmt.

11. Für welche Besetzungen schrieb Debussy hauptsächlich?

Debussy schrieb im Grunde für alle Besetzungen: Für Klavier, für Gesang, für Orchester, er schrieb auch Kammermusik und auch für die Bühne. Als Pianist lag ihm aber sicher das Klavier am nächsten.

12. Wie viele Klavierstücke schrieb Debussy?

Das kommt darauf an, wie man zählt. Manche Klavierstücke bestehen aus mehreren Sätzen, die man gemeinhin als ein Werk zählt. Dann gibt es noch die Sammlungen wie zum Beispiel die 12 Préludes in zwei Bänden oder die 12 Etüden. Zählt man alles einzeln, kommt man auf 77 Klavierstücke. Zählt man die mehrsätzigen Werke und die Sammlungen als ein Werk, sind es dagegen "nur" 25.

13. Wie viele Opern schrieb Debussy?

Debussy schrieb nur eine vollständige Oper, Pelléas et Mélisande, die am 30. April 1902 uraufgeführt wurde. Andere Opernprojekte wie La Chute de la Maison Usher wurden von Debussy nicht vollendet.

14. Welchen Tätigkeiten ging Debussy außer Komponieren noch nach?

Debussy war ein exzellenter Pianist und trat oft als Interpret seiner eigenen Werke auf. Außerdem schrieb er für verschiedene Zeitschriften und Journale Musikkritiken und musikalische Essays. In seinen späteren Lebensjahren trat er auch als Dirigent in Erscheinung und unternahm einige Auslandstourneen, unter anderem nach England und Italien.

15. Woher holte sich Debussy die Inspirationen für seine Kompositionen?

Die Inspirationen kamen aus vielen unterschiedlichen Quellen. Dazu zählen die Natur, die Texte und Gedichte der symbolistischen Dichter, Gemälde und Zeichnungen zeitgenössischer Maler, die in Paris stattfindenden Weltausstellungen mit ihren exotischen Beiträgen und viele verschiedene Gegenstände aus seinem privaten Besitz.

  © 2017 by Jochen Scheytt

Debussy Titel

Die deutschen Debussy-Seiten sind der umfangreichste Überblick über Debussys Leben und Schaffen in deutscher Sprache im Internet.
Jochen Scheytt
ist Lehrer, Pianist, Arrangeur, Autor und unterrichtet an der Musikhochschule in Stuttgart und am Schlossgymnasium in Kirchheim unter Teck.


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Autor

Jochen Scheytt

ist Lehrer, Pianist, Arrangeur, Autor und unterrichtet an der Musikhochschule in Stuttgart und am Schlossgymnasium in Kirchheim unter Teck.