Mixturen

Mixturen sind Folgen von parallel geführten Mehrklängen, meist Drei-, Vier- oder Fünfklänge. Man unterscheidet verschiedene Formen von Mixturen.

1. Tonale Mixtur

Man spricht von einer tonalen Mixtur, wenn den parallel geführten Akkorden eine Grundtonart zugrunde liegt und nur Töne aus dieser Tonart verwendet werden. Dadurch ergeben sich Dur- und Mollakkorde, je nachdem auf welcher Stufe der Tonleiter sich der Akkord befindet (I., IV. und V. Stufe Durdreiklänge, II., III. und IV. Stufe Molldreiklänge). Oft findet sich als harmonische Basis ein Orgelpunkt im Bass.

Am Beispiel von Préludes Band II, Nr. 10, La Cathédrale engloutie

Tonale Mixtur

2. Reale Mixtur

Man spricht von einer realen Mixtur, wenn die parallel geführten Akkorde exakt die gleichen Intervallverhältnisse aufweisen, also keine Anpassungen aufgrund einer vorhandenen Grundtonart vorgenommen werden.

Am Beispiel von Images Band II, Nr. 2, Et la lune descend sur la temple qui fut

Reale Mixtur

Am Beispiel von Préludes Band II, Nr. 7, La terrasse des audiences du clair de lune

Reale Mixtur

Beim Akkord C#7 hat Debussy die Fünfstimmigkeit im oberen System auf vier Stimmen reduziert, da der Septakkord sonst nicht zu greifen wäre. Bei allen anderen Akkorden sind die beiden untersten Töne mit dem Daumen zu erreichen, da entweder beide auf den weißen oder beide auf den schwarzen Tasten liegen. Beim C#7 geht das nicht, da das h eine weiße und das cis eine schwarze Taste ist. Somit hat Debussy auf das cis verzichtet.

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  © 2020 by Jochen Scheytt

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Jochen Scheytt
ist Lehrer, Pianist, Komponist, Arrangeur, Autor und unterrichtet an der Musikhochschule in Stuttgart und am Schlossgymnasium in Kirchheim unter Teck.